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Radarsatellit TerraSAR-X erfolgreich von Baikonur ins Weltall gestartet

EADS Astrium

15. Juni 2007

  • Operationelle Erdbeobachtung in neuer Qualität und Flexibilität
  • Erster deutscher Satellit in öffentlich-privater Partnerschaft
  • Projekt unterstreicht deutsche Führungsrolle bei Weltraumradaren

Baikonur /Friedrichshafen, 15. Juni 2007 - Der deutsche Radarsatellit TerraSAR-X ist erfolgreich ins All gestartet. Um 04:14 Uhr MESZ (08:14 Uhr Ortszeit) brachte eine russische Trägerrakete des Typs Dnepr den Satelliten vom Weltraumbahnhof Baikonur, Kasachstan aus ins All. Rund fünfzehn Minuten nach dem Start trennte sich der Satellit von der dritten Stufe der Rakete, um 04:29 Uhr MESZ konnten die ersten Signale von TerraSAR-X über die Bodenstation Malindi (Kenia) aufgefangen werden.

TerraSAR-X umkreist nun die Erde in einer Höhe von etwa 514 Kilometern und wird unabhängig von Wetter und Wolken sowie Tag und Nacht die Oberfläche unseres Planeten mit einem Radarstrahl abtasten. Zuverlässig und schnell liefert er Daten für eine Fülle von Anwendungen. Damit eröffnen sich kommerziellen, öffentlichen und wissenschaftlichen Nutzern völlig neue Möglichkeiten. TerraSAR-X ist der erste nationale Fernerkundungssatellit, der in öffentlich-privater Partnerschaft entstanden ist: Astrium (Friedrichshafen) hat ihn im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, DLR, entwickelt und gebaut und selbst erhebliche Eigenmittel beigesteuert. Die Infoterra GmbH, ein Tochterunternehmen von Astrium, wird die Daten und Produkte kommerziell vermarkten. Die Anwendung der Daten für wissenschaftliche Zwecke obliegt dem DLR, das auch die Missionskonzeption und -durchführung sowie die Satellitensteuerung übernimmt. Die gesamte verfügbare Aufnahmekapazität des Satelliten soll je zur Hälfte der Wissenschaft und der Industrie zugute kommen.

„Mit TerraSAR-X werden Astrium und Infoterra ein neues Kapitel in der operationellen Erdbeobachtung aufschlagen", erklärte Astrium-Geschäftsführer Reinhold Lutz. „Der Satellit wird Radardaten mit bisher unerreichter Qualität und Flexibilität liefern. Diese Daten bilden die Grundlage für maßgeschneiderte Geo-Informationsprodukte, die unsere Tochter Infoterra Kunden in aller Welt anbieten wird", so Lutz weiter.

Technisches Highlight des Satelliten ist sein aktives Synthetisches Apertur Radar (SAR), das seinen Aufnahmebereich das durch gezieltes Überlagern einzelner Radarstrahlen in einem Schwenkbereich von 20 bis 60 Grad ausrichten kann. „Während man mit einem passiven Radar bei einem Überflug von München nach Berlin maximal zwei Aufnahmen machen könnte, sind nun bis zu zwanzig Bilder möglich“, erläutert Uwe Minne, Astrium-Direktor für Erdbeobachtung und Leiter des Standortes Friedrichshafen. Für ein breit gefächertes Anwendungspotenzial sorgt auch die Möglichkeit, drei Stufen von Bildgröße und Auflösung (16 m, 3 m, und 1 m) zu wählen.

TerraSAR-X mit breitem Anwendungsspektrum

TerraSAR-X eröffnet ein weites Anwendungsfeld. So ermöglicht der wolkenunabhängige Betrieb die rasche, aktuelle Kartierung großer Flächen, insbesondere ausgedehnter Wald- und Bergregionen. Nachfrage besteht in vielen Ländern auch bei der Ermittlung von Waldbeständen beziehungsweise der forstwirtschaftlichen Biomasse. Überdies können die Daten des TerraSAR-X als nationaler Beitrag zum „Global Monitoring for Environment and Security“ (GMES) eingebracht werden. Das ist ein europäischer Aktionsplan, der die Daten terrestrischer, maritimer und weltraumgestützter Messsysteme kombiniert.

Die Aufklärung ist eines der Anwendungsfelder für TerraSAR-X-Daten: Nachrichtendienste, Aufklärer und Hilfsorganisationen profitieren von Systemen, die nicht nur eine sehr hohe Auflösung bieten, sondern auch zuverlässig scchnelle Datenerfassung erlauben. Die wetterunabhängige Datenerfassung in beinahe Echtzeit, die mit TerraSAR-X möglich wird, bietet diesen Organisationen nie da gewesene Möglichkeiten zur Nutzung von Satellitendaten in zeitkritischen Situationen.

TerraSAR-X soll fünf Jahre lang arbeiten. Geplant ist außerdem der Bau eines Partnersatelliten, genannt TanDEM-X, der zusammen mit TerraSAR-X die Erde ab 2009 umrunden soll. Dieses Tandem soll ein räumliches Höhenmodell der gesamten Erde mit bislang unerreichter Auflösung erstellen.

Über Astrium:

Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme sowie weltraumgestützte Dienstleistungen. Im Jahr 2006 erzielte Astrium einen Umsatz von 3,2 Milliarden € und beschäftigte rund 11.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: die beiden Business Units Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2006 lag der Umsatz bei rund 39,4 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.

Pressekontakt:

Mathias Pikelj, Tel.: +49 (0) 7545 8 9123

Hendrik Thielemann, Tel.: +49 (0) 89 607 2 72 44

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