Astronauten montieren Astrium-Plattform an die Außenseite der ISS
22. August 2007
Bremen / Friedrichshafen – 22. August 2007 – Mit Hilfe von Roboterarmen haben die Astronauten des US-Space-Shuttles eine spezielle Plattform, die gleichermaßen Weltraum-Werkzeugkasten und Ersatzteillager im All ist, an die Außenstruktur derInternationalen Raumstation ISS anmontiert. Entwickelt und gebaut wurde die ESP genannte „Europalette für den Weltraum“ von Bremer Ingenieuren von Europas führendem Raumfahrtkonzern Astrium. Die Weltraumbiologen von Astrium Friedrichshafen lassen demnächst Pflanzen in der Umlaufbahn erblühen.
Die zweite externe Nutzlastplattform ist aus der Ladebucht des Space Shuttles „Endeavour“ herausgehoben und erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS – während der 50.000sten Erdumkreisung – angebracht worden. Zum ersten Mal erfolgte dieses Manöver durch die Roboterarme des Space Shuttles und der Internationalen Raumstation ohne den aufwändigen und risikoreichen Außenbordeinsatz eines Astronauten. Die von Astrium entwickelte externe Nutzlastpalette ESP (External Stowage Platform) – die „Europalette für den Weltraum“ – wird permanent für die nächsten Jahre an der Außenwand der Raumstation befestigt sein. Die Nutzlastpalette ermöglicht es, Werkzeuge und Ersatzteile außerhalb der Station auf einer Plattform zu lagern, die die Astronauten bei ihren Arbeiten benötigen. ESP ist in einer anderen Version bereits mehrfach mit dem Shuttle zur Internationalen Raumstation geflogen. Das ESP-Team der Astrium, das aus Bremer und aus amerikanischen Mitarbeitern besteht, ist für die Mission-Vorbereitung verantwortlich und unterstützt die Durchführung dieses Teils der Mission verantwortlich.
„Wir sind sehr stolz, dass die NASA unser Konzept einsetzt und wir damit einen Service zur Versorgung und zum Aufbau der Raumstation leisten“, sagte Dr. Michael Menking, Senior Vice President für Orbitale und wieder verwendbare Systeme der Astrium. „Die Handhabung der 3,5 Tonnen schweren Palette mit ihren Nutzlasten entsprach exakt den vorherigen Analysen“, so Uwe Pape, ESP Projektleiter bei Astrium.
„Der nächste Einsatz einer Palette aus der Familie der Nutzlastplattformen von Astrium wird zwei in Europa entwickelte externe Nutzlasten gemeinsam mit dem europäischen Weltraumlabor Columbus zur ISS bringen. Diese externen Nutzlasten werden dann im Orbit an den Außenplätzen von Columbus befestigt. Die Columbus-Mission im Dezember ist das Highlight für uns in diesem Jahr“, so Menking weiter.
Europa ist insgesamt mit knapp zehn Prozent am Raumstationsprogramm beteiligt. Innerhalb der europäischen Beteiligung steht Deutschland mit gut 40 Prozent an erster Stelle. Im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist Astrium industrieller Generalunternehmer für Entwicklung, Bau und Betrieb der europäischen Beteiligung an der ISS. Das Weltraumlabor Columbus, der zentrale europäische ISS-Beitrag, ist bei Astrium in Bremen entwickelt und gebaut worden. Derzeit wird das Labor am Kennedy Space Centre (Florida/USA) auf seinen Flug mit der US-Raumfähre „Atlantis“ zur Internationalen Raumstation am 6. Dezember 2007 vorbereitet.
Astrium lässt im Weltraum Pflanzen blühen – Space Samen wird später auf der Erde eingepflanzt
Ebenso befand sich auf der Endeavour der erste vollautomatische Pflanzentopf des European Modular Cultivation Systems (EMCS). In diesem ist es zum ersten Mal möglich, eine Pflanze (arabidopsis thaliana) über ihren kompletten Lebenszyklus hinweg zu kultivieren (seed to seed) und dadurch echte Space-Samen zu gewinnen. Ein Teil der Samen wird – nachdem sie mit einem einem späteren Shuttleflug auf die Erde gebracht werden – auf der Erde eingeplanzt und deren Verhalten in „normaler“ Umgebung untersucht. Diese Versuche werden das Verständnis wie sich Schwerelosigkeit auf Pflanzen auswirkt, verbessern. Besonders wichtig ist das für die Verpflegung künftiger Langzeitmissionen zum Mond und Mars. Die ersten Ergebnisse werden Anfang 2008 erwartet. Ein Team der Astrium Friedrichshafen wird Ende des Monats nach Norwegen zum User Support Center reisen, um den reibungslosen Beginn des Experiments zu gewährleisten. Der Versuch soll über die geplante Dauer von zehn Wochen aus Friedrichshafen überwacht und begleitet werden.
Über Astrium
Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme sowie weltraumgestützte Dienstleistungen. Im Jahr 2006 erzielte Astrium einen Umsatz von 3,2 Milliarden € und beschäftigte rund 11.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: die beiden Business Units Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.
EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2006 lag der Umsatz bei rund 39,4 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.
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