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Astrium liefert 1000. Satellitentriebwerk aus

EADS Astrium

17. Dezember 2007

Astrium liefert 1000. Satellitentriebwerk aus © EADS Astrium
  • Lampoldshausener Antriebe sind die Nr. 1 auf dem Weltmarkt
  • 10-Newton-Triebwerke zur hochgenauen Bahn- und Lageregelung
  • Antriebsspezialisten sind auf allen Weltraumbahnhöfen daheim

Lampoldshausen, 17. Dezember 2007. Astrium hat heute das tausendste 10-Newton-Satellitentriebwerk ausgeliefert. In Anwesenheit von Staatssekretär Richard Drautz vom Wirtschaftministerium Baden-Württemberg wurde das Triebwerk an den Kunden Thales Alenia Space ausgeliefert. Zum Einsatz wird der kleine Satellitenantrieb beim Kommunikationssatelliten W2A kommen.

Das 10-Newton-Triebwerk ist eines der erfolgreichsten Produkte von Astrium. Kaum ein europäischer Satellit startet derzeit ohne Antrieb aus Lampoldshausen. Die Ingenieure aus dem Kochertal entwickeln und produzieren komplett vormontierte Antriebssysteme für hochmoderne Kommunikationssatelliten und zahlreiche europäische Erdbeobachtungs- und Wissenschaftssatelliten. Der deutsche Radarsatellit TerraSAR-X, das Weltraumteleskop Herschel oder die Planetensonden Mars Express und VenusExpress nutzen beispielsweise die 10-N-Thrusters aus Baden-Württemberg.

Bei 10-Newton Triebwerken geht es nicht um die Entfaltung riesiger Schubkräfte, sondern um fein dosierte Impulse, mit deren Hilfe Satelliten und Sonden ihre endgültige Bahn und Position erreichen und halten. Hier ist höchste Präzision und Zuverlässigkeit gefragt, und zwar über ein ganzes Satellitenleben bis zu 15 Jahre hinweg. Um eine maximale Lebensdauer der Satelliten bei größter Gewichtseinsparung zu ermöglichen, entwickelte Astrium in Lampoldshausen das UPS (Unified Propulsion System). Diese erfolgreiche Kombination von 14 bis 16 Kleintriebwerken mit je 10-Newton zur Bahn- und Lageregelung und einem 400-Newton-Apogäumsmotor, gemeinsam aus zwei Treibstofftanks gespeist, wird seit 1994 ständig weiterentwickelt.

Mit der Entscheidung, komplette Antriebsysteme anzubieten, hat Lampoldshausen seine Position insbesondere auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt stark ausbauen können. Mittlerweile hat Astrium hier einen Marktanteil von ca. 90 Prozent. Alle großen europäischen Satellitenplattformen werden mit Antriebsystemen aus Lampoldshausen ausgerüstet. Jedes Jahr werden sechs bis acht Systeme ausgeliefert. Insgesamt wurden bereits 62 Systeme fertig gestellt. Dabei ist auch das tausendste 10-Newton-Triebwerk, das seit der Einführung der Systementwicklung produziert worden ist.

Doch Astrium Lampoldshausen produziert nicht nur Antriebsysteme und Ausrüstungen für den Einsatz im Weltraum - das Unternehmen bietet auch die dazu gehörenden Dienstleistungen bis zum erfolgreichen Start an. So werden Kunden bei Satellitenstarts vor Ort am Startplatz, unter anderem in Kourou in Französisch Guyana, Cape Canaveral in den USA, Plesetzk in Russland sowie Baikonur in Kasachstan unterstützt. Experten von Astrium Lampoldshausen helfen beim Einbau des Satelliten in die Trägerrakete, betanken den Satelliten und führen die abschließenden Tests des Satelliten-Antriebes durch, bevor der Start freigegeben werden kann. Treibstoffe werden für den Einsatz in Raumfahrzeugen bei Astrium aufbereitet und an jeden Startplatz geliefert. Speziell ausgebildete Betankungs-Mannschaften sowie Betankungs- und Checkout-Anlagen stehen für den jeweiligen Startplatz zur Verfügung.

Astrium in Lampoldshausen hat sich somit perfekt auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden eingestellt. "Die Entscheidung, in Lampoldshausen eine Prozesskette rund um die Systemlösung zu etablieren - angefangen bei der Entwicklung, über die Produktion bis zur Inbetriebnahme -, hat Astrium einen enormen Wettbewerbsvorteil auf dem Telekommunikationsmarkt verschafft", so Dr. Holger Wentscher, Standortleiter in Lampoldshausen. Neben einem stetig wachsenden Auftragsvolumen hat der Umstieg auf die Systementwicklung eine weitere positive Auswirkung auf den Standort gehabt. So konnten in Lampoldshausen 100 zusätzliche Arbeitsplätze seit 2004 geschaffen werden. Mittlerweile arbeiten dort 245 Mitarbeiter. "Für das Land Baden-Württemberg und speziell für die Region Lampoldshausen ist der Astrium-Standort ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", so Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftministerium Baden-Württemberg. Astrium ist Auftraggeber und Kooperationspartner für mehr als 100 Unternehmen im Bundesland Baden-Württemberg und rund 30 aus der Region.

Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme sowie weltraumgestützte Dienstleistungen. Im Jahr 2006 erzielte EADS Astrium einen Umsatz von 3,2 Milliarden € und beschäftigte rund 11.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: die beiden Business Units Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2006 lag der Umsatz bei rund 39,4 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.

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