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Astrium baut Merkur-Sonde BepiColombo

EADS Astrium

26. Februar 2007

Astrium baut Merkur-Sonde BepiColombo © EADS Astrium

Friedrichshafen, 26. Februar 2007 – Astrium wird im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA die Merkur-Sonde BepiColombo bauen. Als letztes Entscheidungsgremium der ESA stimmte jetzt der „Ausschuss für das Wissenschaftliche Programm“ (SPC) für eine Vergabe an Europas größtes Raumfahrtunternehmen; Bereits Ende Januar hatte das „Industrial Policy Committee“ der ESA ebenfalls für eine Vergabe an Astrium gestimmt. Der Industrieauftrag beläuft sich auf rund 330 Millionen Euro. BepiColombo soll seine Reise zum Merkur im Jahr 2013 starten.

BepiColombo wird aus drei Modulen bestehen: je einem europäischen und japanischen Orbiter sowie einem Antriebsmodul, das die beiden Sonden zum Merkur transportiert. Die gesamte Einheit wird etwa fünf Meter hoch sein und rund drei Tonnen wiegen. Rund die Hälfte davon ist Treibstoff.

Die europäische Sonde, der „Mercury Planetary Orbiter“ (MPO), wird mit elf wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet sein. Aus einer polaren Umlaufbahn soll der Orbiter den Merkur mindestens ein Jahr lang erforschen und dabei unter anderem die Planetenoberfläche fotografieren, Höhenprofile des Planeten erstellen, sowie die Zusammensetzung des Merkurs und seiner Atmosphäre erforschen. Der japanische „Mercury Magnetospheric Orbiter“ (MMO) erkundet mit seinen fünf Instrumenten das Magnetfeld des Planeten

Astrium in Deutschland führt das industrielle Team an. Zum Kernteam gehören noch Astrium (UK) und Alcatel Alenia Space (Italien). Astrium, Friedrichshafen, ist für das komplette „dreiteilige“ Raumfahrzeug verantwortlich. Außerdem steht die Entwicklung der Lage- und Bahnregelung unter deutscher Verantwortung. Zudem findet in Friedrichshafen auch die Integration des Ingenieurmodells von BepiColombo statt. In Großbritannien wird Astrium das elektrische und chemische Antriebssystem sowie die gesamte Struktur der MPO-Sonde bauen. Astrium in Frankreich wird die on-board Software auf der Basis der schon im Weltall fliegenden Sonden Rosetta, Mars Express und Venus Express entwickeln.

Alcatel Alenia Space wird die Systeme für Elektronik, Thermalkontrolle und Kommunikation des MPO entwickeln und für die Integrations- und Testarbeiten verantwortlich sein.

Vor allem die extremen Temperaturen, bei denen BepiColombo seine Mission erfüllen muss, stellen die Ingenieure von Astrium vor erhebliche Herausforderungen. In der Umgebung des Merkurs ist die Sonnenstrahlung bis zu zehnmal stärker als auf der Erde, an der Planetenoberfläche herrschen Temperaturen von bis zu 470 Grad Celsius.

Mit verschiedenen Maßnahmen wollen die Experten von Astrium Elektronik und wissenschaftliche Instrumente vor Überhitzung schützen. Dazu gehören eine spezielle neue Isolierfolie aus Keramikfasern ebenso wie ein Radiator, der die Wärme aus dem Innern der Sonde in den Weltraum abführt. Außerdem kommen spezielle Solarzellen zum Einsatz, die auch bei Temperaturen von 250 Grad Celsius noch Strom liefern können.

Für den notwendigen Schub auf BepiColombos langer Reise wird die Kombination aus einem herkömmlichen chemischen Antrieb und einem innovativen Ionentriebwerk sorgen. Um die Sonde aus der Erdumlaufbahn zu befördern und dann auf den richtigen Kurs zu bringen, sind mehrere so genannte Swing-by-Manöver geplant, bei denen BepiColombo in den Schwerefeldern von Mond, Erde und Venus seine Reisegeschwindigkeit ändern wird. Im Jahr 2019 soll BepiColombo sein Ziel erreichen und nach zwei weiteren Swing-by-Manövern am Merkur selbst in eine polare Umlaufbahn einschwenken.

Mindestens ein Jahr lang wird die Sonde dann den Merkur erkunden, mit der Option auf eine Missionsverlängerung um ein weiteres Jahr. Bisher wissen die Planetenforscher nicht sehr viel über den heißesten Planeten unseres Sonnensystems. Die meisten Erkenntnisse stammen von der NASA-Sonde Mariner 10, die in den siebziger Jahren dreimal am Merkur vorbei flog und dabei einen Teil des Planeten fotografieren konnte.

EADS Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme spezialisiert. Im Jahr 2005 erreichte Astrium einen Umsatz von € 2,7 Milliarden und beschäftigte rund 11.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. EADS Astrium hat zwei Geschäftsbereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und orbitale Infrastruktur und Astrium Satellites für Satelliten und Bodeninfrastruktur. Die 100-prozentige Tochtergesellschaft Astrium Services entwickelt und liefert Satellitendienstleistungen. Der EADS-Konzern ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2005 lag der Umsatz bei rund € 34,2 Milliarden, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 113.000.

Ihr Pressekontakt:

Mathias Pikelj, Astrium Satellites Tel.: + 49 (0) 7545 8 9123

Hendrik Thielemann, Astrium Satellites Tel.: + 49 (0) 89 607 2 72 44

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