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Galileo: EADS SPACE spielt zentrale Rolle in der Erprobungsphase des Satellitennavigationssystems

EADS SPACE

19. Januar 2006

Galileo: EADS SPACE spielt zentrale Rolle in der 
Erprobungsphase des Satellitennavigationssystems 
© EADS ASTRIUM
  • EADS Astrium ist für den Bau der ersten vier Navigationssatelliten verantwortlich
  • Ein Fünftel der Wertschöpfung findet in EADS-Unternehmen statt

Berlin, 19. Januar 2005 – Die EADS SPACE wird im Rahmen der Erprobungsphase für das neue europäische Satellitennavigationssystem eine zentrale Rolle spielen. Das sieht der Vertrag vor, den die Europäische Weltraumorganisation ESA und Galileo Industries, der Hauptauftragnehmer für das Satellitennavigationssystem, am Donnerstag in Berlin unterzeichnet haben. Dieser Vertrag hat ein Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro. Rund ein Fünftel der Wertschöpfung findet im Raumfahrtbereich der EADS statt.

Der Vertrag zwischen ESA und Galileo Industries umfasst die Entwicklung und den Bau der ersten vier Navigationssatelliten und eines Teils der Bodeninfrastruktur für Galileo sowie die Erprobung dieses Teilsystems.

"Mit diesem Vertrag ist der Weg frei für den Aufbau eines eigenen europäischen Satelliten-navigationssystems", so Evert Dudok, Deutschland-Chef der EADS-Raumfahrtsparte und Aufsichtsratsmitglied bei Galileo Industries. "Galileo ist ein Schlüsselprojekt, nicht nur für die Raumfahrtindustrie, sondern für Europa insgesamt. Ich freue mich deshalb besonders, dass die EADS SPACE bei diesem Projekt eine zentrale Rolle spielt", so Dudok weiter. EADS SPACE hält 38 Prozent der Anteile von Galileo Industries und ist damit einer der größten Gesellschafter des Unternehmens.

Die Erprobungsphase (In Orbit Validation Phase, IOV) dient dazu, das neue europäische Satellitennavigationssystem unter realen Einsatzbedingungen zu testen. Dazu werden bis 2008 vier Satelliten gebaut - genau so viele, wie man zur Positionsbestimmung mindestens benötigt. Im anschließenden Testbetrieb muss dieses Teilsystem seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, bevor dann bis zum Ende dieses Jahrzehnts der Aufbau der vollen Konstellation mit insgesamt 30 Satelliten erfolgt.

EADS Astrium in Ottobrunn bei München übernimmt in dieser Erprobungsphase die Systemführung für das so genannte Raumsegment, und trägt damit die Gesamtverantwortung für den Bau der ersten vier Navigationssatelliten. In Ottobrunn werden auch wichtige Komponenten für die Satelliten gefertigt, beispielsweise das Lageregelungssystem. Gemeinsam mit Dutch Space, einer niederländischen Tochtergesellschaft der EADS SPACE, liefern die Ottobrunner Ingenieure auch die Solargeneratoren für die vier Satelliten. Die Antriebe für die vier Satelliten kommen von der EADS SPACE Transportation in Lampoldshausen.

Bei EADS Astrium in Großbritannien liegt die Verantwortung für die Nutzlast an Bord der vier Satelliten sowie für das Bodenkontrollsegment, mit dem die Satelliten gesteuert werden. EADS Astrium in Portsmouth ist für das weltumspannende Netzwerk zur Kontrolle der Satelliten in der Umlaufbahn zuständig. Außerdem wird in Portsmouth die Nutzlast gebaut, welche die Navigationssignale an die Nutzer sendet.

Die EADS SPACE in Frankreich und Spanien wird im Rahmen der Erprobungsphase ebenfalls beteiligt sein. EADS SPACE in Frankreich ist am Bodenmissionssegment beteiligt, Spanische EADS-Firmen liefern die Navigationsantennen und sind am System-Engineering für das Raumsegment beteiligt.

Galileo ist ein gemeinsames Programm der Europäischen Union und der ESA. Das Ziel ist ein neues globales Satellitennavigationssystem, das dem neuesten Stand der Technik entsprechen wird und hochgenaue Dienste zur Positionsbestimmung anbieten wird. Galileo wird unter ziviler Kontrolle stehen und Europa unabhängig vom militärisch kontrollierten GPS machen.

Mit der EADS SPACE Services ist ein weiteres Unternehmen des EADS-Konzerns maßgeblich am Galileo Projekt beteiligt. Das auf Raumfahrt-Dienstleistungen spezialisierte Unternehmen ist Mitglied eines Internationalen Konsortiums, das gegenwärtig in Verhandlungen steht, um Konzessionär für Galileo zu werden. Der Konzessionär hat die Aufgabe, den Aufbau des vollständigen Navigationssystems (30 Satelliten) im Anschluss an die Erprobungsphase im Rahmen einer Public Private Partnership zu organisieren und Galileo dann über einen Zeitraum von 20 Jahren zu betreiben. Im Dezember 2005 haben sich die beteiligten Staaten und Unternehmen auf die Verteilung der Schlüsselaufgaben und Standorte im Rahmen des Galileo-Betriebs geeinigt und so den Weg für den Abschluss eines Konzessions-Vertrags in naher Zukunft frei gemacht. Das Hauptquartier des Konzessionärs - wird Toulouse sein. Die Betriebsgesellschaft soll ihren Sitz in London haben. In Deutschland (Oberpfaffenhofen) und in Italien werden zwei Galileo-Kontrollzentren sowie zwei Galileo-Leistungszentren entstehen. Ein Reservekontrollzentrum wird in Spanien angesiedelt sein.

EADS SPACE, eine 100-prozentige Tochter der EADS ist einer der weltweit führenden Spezialisten für zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2004 erzielte EADS SPACE einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro mit 11.000 Mitarbeitern in Frankreich, Deutschland Großbritannien und Spanien. Das operative Geschäft teilen sich drei Tochtergesellschaften: Die EADS SPACE Transportation für Trägerraketen und bemannte Raumfahrtsysteme, die EADS Astrium für Satelliten und die dazu gehörigen Bodensegmente und die EADS SPACE Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

Der EADS-Konzern ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2004 lag der Umsatz bei rund 31,8 Milliarden EURO, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 110.000.

Pressekontakt:

Hendrik Thielemann, +49 (0) 162 29 49 720

Mathias Pikelj, +49 (0) 162 29 49 666

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