Herschel

Ein Teleskop neuester Technologie

Herschel © EADS Astrium

Das Weltraumobservatorium Herschel der ESA (früher Fern-Infrarot- und Submillimeter-Teleskop bzw. FIRST genannt), das 2008 gestartet werden soll, wird das erste Weltraumteleskop einer neuen Generation sein. Mit einer Höhe von etwa siebeneinhalb Metern, einer Breite von vier Metern und einem gewicht von etwa drei Tonnen ist es größer als alle seine Vorgänger. Als erstes Weltraumteleskop wird es das gesamte Fern-Infrarot- und Submillimeter-Wellenband abdecken, und zudem wird es das größte sein, das auf solchen Wellenlängen arbeitet. Es wird 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt im zweiten Lagrange-Punkt stationiert sein, in größerer Entfernung als irgendein Weltraumteleskop zuvor.

Die bahnbrechenden Entwicklungen von Astrium im Bereich leichte Siliziumkarbid-Technologie dienen als Basis für die Realisierung dieses Programms; Astrium erhielt den Auftrag, den vollständig aus Siliziumkarbid (SiC) bestehenden Weltraumteleskopspiegel des Satelliten zu bauen, der das Licht von fernen und kaum bekannten Objekten einfangen wird, zum Beispiel von neu entstandenen Galaxien, die Tausende von Millionen Lichtjahren entfernt sind.

Herschel © EADS Astrium / Patrick Dumas

SiC ist ein außergewöhnlicher Werkstoff, dessen mecathermale Eigenschaften die Konstruktion sehr großer, aber ultraleichter Geräte ermöglichen: der Spiegel von Astrium wird mit seinen 3,5 m das größte je in den Weltraum transportierte bildererzeugende Teleskops ein und wiegt doch nur 270 kg, während es in der Standardtechnologie ausgeführt 1,5 Tonnen wiegen würde.

Darüber hinaus ist Astrium verantwortlich für das komplett integrierte Nutzlastmodul.

Damit die Instrumente nicht durch die eigene Wärmestrahlung geblendet werden, müssen sie im Innern eines Kühlbehälters, auch Kryostat genannt, bis auf minus 271 Grad Celsius (etwa zwei Grad über dem absoluten Nullpunkt) gekühlt werden. Das Kryostat ist das Herzstück des Nutzlastmoduls, das unter der Federführung von Astrium gebaut wird. Es ist drei Meter hoch und hat einen Durchmesser von ebenfalls drei Metern. Die niedrige Temperatur erreicht man mit suprafluidem Helium.

Bei dem Bau des Kryostaten konnte Astrium auf die Erfahrungen mit Herschels Vorgänger, dem europäischen Infrared Space Observatory (ISO) zurückgreifen. ISO arbeitete von 1996 bis 1998 äußerst erfolgreich.