Das 100 Millionen Euro teure Spektrometer hat Astrium in Deutschland entwickelt und wird schwächste Strahlung extrem weit entfernter Galaxien registrieren können. Die Fertigstellung der ETU ist für das JWST ein wichtiger Meilenstein und in Kürze wird das Instrument in die USA verschifft und dann von der NASA getestet.
Neben der NASA sind auch die Raumfahrtbehörden Europas (ESA) und Kanadas (CSA) an der Entwicklung des JWST beteiligt, dessen Start 2014 geplant ist. Als Nachfolger des legendären Hubble-Teleskops wird das JWST alle Phasen der Entstehung unseres Universums – von den ersten Lichtstrahlen nach dem Urknall bis zur Bildung der Planetensysteme – genauestens erforschen. Möglich wird dies durch den riesigen Primärspiegel, mit 6,5 Metern Durchmesser der größte Spiegel im All, und vier hochsensible Instrumente, darunter NIRSpec.
Evert Dudok, CEO von Astrium Satellites, sagte: „Astrium leistet kontinuierlich Beiträge zum Fortschritt der modernen Astronomie, so auch mit der Fertigstellung der NIRSpec-ETU. Für die Erforschung der Entstehungsgeschichte unseres Universums ist das JWST von enormer Bedeutung und Astrium treibt hochmoderne Technik voran, die zum Erfolg dieser Mission beitragen wird.“
NIRSpec wird von Astrium als Hauptauftragnehmer im Auftrag der ESA produziert. Das Spektrometer wird künftig bis zu einhundert Himmelskörper, wie Galaxien und Sterne, in mehreren Spektralauflösungen erfassen können und dem JWST-Weltraumteleskop somit die gleichzeitige Beobachtung großer Teile des Weltraums in bisher unerreichter Tiefe ermöglichen. Das 200 kg leichte NIRSpec muss auf der JWST-Umlaufbahn 1,5 Millionen km über der Erde Temperaturen von -238 °C aushalten. Das so genannte Flugmodell von NIRSpec wird ab 2011 in das JWST integriert und getestet. Die Betriebsdauer im Weltraum ist auf bis zu zehn Jahre ausgelegt.
Neben NIRSpec ist Astrium in Großbritannien auch an der Entwicklung eines anderen wichtigen JWST-Instruments beteiligt: des Mid-Infrared Instrument (MIRI), einer Kamera mit Spektrografen für den mittleren Infrarotbereich. MIRI soll die frühesten Lichtquellen, die Bildung von Galaxien und die Entstehung von Sternen erforschen.
Über Astrium
Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2008 erreichte Astrium einen Umsatz von 4,3 Milliarden € und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.
EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2008 lag der Umsatz bei rund 43,3 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 118.000.
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