- Astrium unterstreicht Kompetenz in der bemannten
Raumfahrt
- Astrium trainiert Astronauten für den Umgang mit
Columbus
- Astrium ist verantwortlich für alle industriellen
Betriebs- und Nutzungsaktivitäten für den europäischen Teil der ISS
"Mit der Inbetriebnahme von Columbus ist es
uns abermals gelungen, Astrium als Zentrum für die bemannte Raumfahrt in Europa
weltweit zu etablieren", sagte Helmut Luttmann, bei Astrium verantwortlich
für Betrieb und Nutzung der Raumstation, in Bremen.
Mit Columbus hat Astrium erneut seine Kompetenzen
im Bereich der bemannten Raumfahrt erfolgreich unter Beweis gestellt. Kein
anderes Labor wurde bisher bereits am Boden mit Experimentanlangen ausgerüstet,
so dass bereits wenige Tage nach dem Start mit der wissenschaftlichen Arbeit
begonnen werden konnte.
Das Weltraumlabor Columbus ist Europas zentraler
Beitrag zur Internationalen Raumstation ISS. Das Labor startete am 7. Februar
2008 mit dem Space Shuttle "Atlantis" vom Kennedy Space Center (KSC)
in Florida zur ISS.
Im Columbus-Labor können Wissenschaftler
Untersuchungen in allen Disziplinen der Grundlagenforschung (Biotechnologie,
Medizin, Materialwissenschaften, Flüssigkeitswissenschaften,
Humanwissenschaften) sowie Experimente auf dem Gebiet angewandter
Technologieprojekte durchführen. Experimente, die unter den Bedingungen der Schwerkraft
auf der Erde so nicht möglich sind. Im Biolab wurde als eines der ersten
Experiment WAICO (Waving and Coiling of Arabidopsis Roots) durchgeführt. Ein
Experiment, das sich mit der Entwicklung von Pflanzen unter Schwerelosigkeit
beschäftigt und bereits erste interessante Ergebnisse zur Schweredetektierung
und zum Wachstumsverhalten als Reaktion auf definierte Schwerkraftanreize
geliefert hat.
"Das Training der Astronauten findet im
Europäischen Astronauten-Ausbildungszentrum (EAC) in Köln statt. Die technische
Ausbildung der Astronauten, die im Columbus-Modul arbeiten werden oder die
Handhabung von ATV an der Raumstation, wird dort von Astrium-Instruktoren
durchgeführt, und ist Bestandteil des Exploitation-Vertrages", erläutert
Luttmann. "Astrium ist im Prinzip in jede Mission zur Raumstation
involviert."
Die Aufgabe des industriellen Betriebs und Nutzung
der Internationalen Raumstation basiert auf dem
"Exploitation-Vertrag" zwischen der ESA und Astrium, mit einem
Gesamtvolumen von 2,6 Milliarden Euro. Der Vertrag mit einer Laufzeit bis zum
Jahr 2013 beinhaltet neben der Produktion der kommenden ATV-Transporter die
Vorbereitung dieser Missionen. Darüber hinaus umfasst der Vertrag die
Missionskontrolle und die Versorgung aller europäischen ISS-Elemente. In diesem
Vertrag sind auch die Aktivitäten des Columbus Control Center in
Oberpfaffenhofen geregelt, das das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt
(DLR) im Auftrag von Astrium betreibt.
Astrium hat das Columbus-Labor im Auftrag ESA als
industrieller Hauptauftragnehmer realisiert. Zehn Jahre haben die
Raumfahrtingenieure von Astrium in Bremen an dem fast 13 Tonnen schweren
Raumstationsmodul gearbeitet. Insgesamt sind am Columbus-Projekt zehn
europäische Länder beteiligt. Die größten Partner dabei waren Deutschland (51
Prozent), Italien (23 Prozent) und Frankreich (18 Prozent). Ferner sind die USA
und Kanada beteiligt. Columbus hat 880 Millionen Euro gekostet und ist für eine
Einsatzzeit von mindestens zehn Jahren ausgelegt.
Die Konzeption des Columbus-Moduls basiert auf den
Erfahrungen, die Astrium seit Ende der 70er Jahre mit der Entwicklung und dem
Bau des Raumlabors Spacelab gesammelt hat.
"Nach dem erfolgreichen Ende der
Entwicklungsprogramme Columbus und ATV liegt unser Hauptaugenmerk nun auf Betrieb
und Nutzung der Internationalen Raumstation", sagt Luttmann abschließend.
Über Astrium
Astrium, eine 100-prozentige
Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische
Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2007 erreichte
Astrium einen Umsatz von 3,5 Milliarden € und beschäftigte rund 12.000
Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den
Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space
Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium
Satellites für Satelliten und Bodensegmente
sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und
Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.
EADS ist ein global führender
Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den
dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2007 lag der Umsatz bei rund 39,1
Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.
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