- Stärker als Hubble:James-Webb-Teleskop soll ab 2013 in die Tiefe des Alls schauen
- Astrium, europäischer Industriepartner des Projekts
- Astrium stellt entfaltbaren, tennisplatz-großen Satelliten am Deutschen Museum aus
Das James Webb Space-Teleskop soll im Jahr 2013 gestartet werden und
ist ein gemeinsames Entwicklungsprojekt der amerikanischen NASA, der
kanadischen CSA und der europäischen Weltraumorganisation ESA. Zwei der
wissenschaftlichen Instrumente werden von Astrium im
Auftrag der europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt und
gebaut. Die Astrium-Raumfahrtingenieure in Ottobrunn und
Friedrichshafen verantworten das Infrarot-Spektrometer NIRSpec. NIRSpec
ist ein 200 Kilogramm schwerer Spektrograph, der auch schwächste
Infrarotstrahlung erkennen kann. Er kann Spektren von bis zu hundert
Objekten gleichzeitig registrieren. Damit wird die Beobachtungszeit für
die Wissenschaftler 100-fach verlängert.
"Astrium ist der Industriepartner für Europas Beteiligung am
Weltraumteleskop der neuesten Generation. Wir rüsten die Wissenschaft
mit den besten Instrumenten aus und machen damit exzellente Forschung
möglich. NIRSpec muss möglichst wenig wiegen, bei minus 238° Celsius
arbeiten und darf nie kaputtgehen. Das stellt höchste Anforderungen an
unsere Ingenieure", so Evert Dudok, CEO Astrium Satellites, vor Journalisten im München. NIRSpec stelle somit eine neue Klasse von Spektrographen im All dar.
Am Astrium-Standort Stevenage in Großbritannien wird darüber hinaus
ein weiteres JWST-Instrument gebaut: das Spektrometer MIRI für
Beobachtungen im mittleren Infrarotbereich.
Das JWST-Weltraumteleskop bedeutet für Wissenschaftler auf der Suche
nach den Ursprüngen unseres Universums einen Quantensprung, denn es
kann viel tiefer ins Weltall hinein blicken als das Vorgängerteleskop
Hubble. Weil das Licht aus diesen entfernten Regionen des Alls mehrere
Milliarden Jahre braucht, um zur Erde zu gelangen, bedeutet dieser
Blick in die Tiefe des Alls immer auch einen Blick in längst vergangene
Zeiten. Möglich wird dies zum einen durch den wesentlich größeren
Primärspiegel des neuen Teleskops. Dieser Spiegel wird aus 18
sechseckigen Einzelsegmenten bestehen, die sich erst im All entfalten.
Zum anderen sind die Instrumente an Bord des JWST wesentlich
empfindlicher als die des Hubble-Teleskops.
Das 1:1-Modell des JWST hat bereits mehrmals den Atlantik überquert.
Neben Seattle, Orlando, Washington und Montreal konnte es auch schon in
Paris und Dublin besichtigt werden. Der Aufbau des Modells in München
hat insgesamt vier Tage gedauert. Anlass ist ein NASA-Kongress, bei dem
sich alle am JWST beteiligten Partner treffen. Diese Partner-Workshops
finden in regelmäßigen Abständen an wechselnden Orten statt. In diesem
Jahr übernimmt Astrium die Rolle des Gastgebers und nutzt zusammen mit
dem Deutschen Museum die Gelegenheit, die Mission des JWST einer
breiten Öffentlichkeit näherzubringen.
Das JWST-Modell kann rund um die Uhr auf der Museumsinsel besucht
werden. Während der zwei Wochen bietet das Deutsche Museum zusammen mit
Astrium verschiedene Aktivitäten rund um das Modell an. So erhalten
Schulklassen eine generelle Einführung in die Astronomie und die
Missionen des Weltraumteleskops. Vor einem fortgeschritteneren Publikum
wird der wissenschaftliche Leiter des Teleskops, Nobelpreisträger und
Mitarbeiter der NASA, John C. Mather, einen Fachvortrag über die
technologischen und wissenschaftlichen Herausforderungen des Projektes
halten. Ein weiterer Höhepunkt wird die „Lange Nacht der Museen" am 25.
Oktober sein, in der sich Interessierte direkt am Modell mit Experten
der Astrium GmbH austauschen können.
Über Astrium:
Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft
der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische
Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2007 erreichte Astrium
einen Umsatz von 3,5 Milliarden € und beschäftigte rund 12.000
Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den
Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.
EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt,
im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im
Jahr 2007 lag der Umsatz bei rund 39,1 Milliarden €, die Zahl der
Mitarbeiter bei mehr als 116.000.
Pressekontakt :
Mathias Pikelj, Astrium GmbH Tel.: +49 (0) 7545 8 9123
Bernhard Weidemann, Deutsches Museum Tel.. +49 (0) 89 2179 281
http://astrium@eads.net