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JWST, der Nachfolger des Hubble-Teleskops
14 Oktober 2009 (00:00)
Universum, Teleskop & Wissenschaftliche Erkundung
Seit seinem Start im Jahr 1990 liefert das gefeierte Hubble-Teleskop mit Astriums Faint Object Camera (FOC) atemberaubende Bilder aus dem Weltall. Heute entwickelt die Astrium als Hauptauftragnehmer im Auftrag der ESA mit dem Spektrographen NIRSpec das „Superauge“ des Hubble-Nachfolger James Webb Space Telescope (JWST), der im Jahr 2018 starten soll. Das Spektrometer wird künftig bis zu einhundert Himmelskörper, wie Galaxien und Sterne, erfassen können und dem JWST-Weltraumteleskop somit die gleichzeitige Beobachtung großer Teile des Weltraums in bisher unerreichter Tiefe ermöglichen.

Astrium hat die so genannte Engineering Test Unit (ETU) für das Spektrometer NIRSpec (Near Infrared Spectrograph) fertig gestellt. NIRSpec wird in das James Webb Weltraumteleskop (JWST) eingebaut und wird damit in den Ursprung des Universums blicken können. Das 100 Millionen Euro teure Spektrometer hat Astrium in Deutschland entwickelt und wird schwächste Strahlung extrem weit entfernter Galaxien registrieren können. Mit der Fertigstellung der ETU ist das JWST ein wichtiger Meilenstein und in Kürze wird das Instrument in die USA verschifft und dann von der NASA getestet.

  • Engineering Test Unit (ETU) für NIRSpec-Spektrometer bereit zur Auslieferung an die NASA
  • Astrium entwickelt Instrument zur Erforschung der Entstehung von Sternen und Galaxien

Neben der NASA sind auch die Raumfahrtbehörden Europas (ESA) und Kanadas (CSA) an der Entwicklung des JWST beteiligt, dessen Start 2018 geplant ist. Als Nachfolger des legendären Hubble-Teleskops wird das JWST alle Phasen der Entstehung unseres Universums – von den ersten Lichtstrahlen nach dem Urknall bis zur Bildung der Planetensysteme – genauestens erforschen. Möglich wird dies durch den riesigen Primärspiegel, mit 6,5 Metern Durchmesser der größte Spiegel im All, und vier hochsensible Instrumente, darunter NIRSpec.

Evert Dudok, CEO von Astrium Satellites, sagte: „Astrium leistet kontinuierlich Beiträge zum Fortschritt der modernen Astronomie, so auch mit der Fertigstellung der NIRSpec-ETU. Für die Erforschung der Entstehungsgeschichte unseres Universums ist das JWST von enormer Bedeutung und Astrium treibt hochmoderne Technik voran, die zum Erfolg dieser Mission beitragen wird.“

NIRSpec wird von Astrium als Hauptauftragnehmer im Auftrag der ESA produziert. Das Spektrometer wird künftig bis zu einhundert Himmelskörper, wie Galaxien und Sterne, in mehreren Spektralauflösungen erfassen können und dem JWST-Weltraumteleskop somit die gleichzeitige Beobachtung großer Teile des Weltraums in bisher unerreichter Tiefe ermöglichen. Das 200 kg leichte NIRSpec muss auf der JWST-Umlaufbahn 1,5 Millionen km über der Erde Temperaturen von -238 °C aushalten. Das so genannte Flugmodell von NIRSpec wird ab 2011 in das JWST integriert und getestet. Die Betriebsdauer im Weltraum ist auf bis zu zehn Jahre ausgelegt.

Neben NIRSpec ist Astrium in Großbritannien auch an der Entwicklung eines anderen wichtigen JWST-Instruments beteiligt: des Mid-Infrared Instrument (MIRI), einer Kamera mit Spektrografen für den mittleren Infrarotbereich. MIRI soll die frühesten Lichtquellen, die Bildung von Galaxien und die Entstehung von Sternen erforschen.

James_Webb_Space_Telescope_NIRSpec / © EADS Astrium
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