In diesen zehn Jahren gab es für das begeisterte und stressresistente Team viele emotionsgeladene Momente – immer dann, wenn die Satelliten im All zum Leben erwachten…
Bis 1998 sorgten vor allem die institutionellen Akteure des Raumfahrtsektors, wie DLR, CNES usw. für die Positionierung von Telekommunikationssatelliten im Orbit. „Nach dem Zuschlag des Nilesat-Auftrags im Jahr 1995 beschlossen wir dann, die Betreuung unserer Telekommunikationssatelliten um einen wichtigen Schritt zu erweitern, indem wir uns zusätzlich um ihre Aussetzung kümmerten“, erklärt Jean-François Poussin, Chefingenieur im Bereich Telekommunikationssatelliten, der das Projekt gemeinsam mit Philippe Grémillon ins Leben rief. „Als Branchenführer im Raumfahrtsektor machten wir es uns zur Aufgabe, auch die In-Orbit-Delivery zu beherrschen und die Satelliten den Kunden gleichsam ‚schlüsselfertig’ zu übergeben, um so unsere Positionierung an diesem immer wettbewerbsintensiveren Markt zu sichern.“ Darüber hinaus war dieser Kompetenzerwerb die logische Fortführung unserer Ausfallunterstützungsleistungen für Satelliten im Orbit, die bereits 1992 für den Kunden Hispasat eingerichtet wurden.
Seit 2001 hat das LEOP-Kontrollzentrum (T-SOC) seinen Sitz im ersten Obergeschoss des Gebäudes D. Dieses Jahr wurden neue Anlagen installiert, um die immer anspruchsvolleren Anforderungen im Zusammenhang mit den Starts von Telekommunikationssatelliten erfüllen zu können. Denn das Geschäftsfeld Telekommunikation erfreute sich in den letzten zwei Jahren eines hervorragenden Auftragseingangs, der den Aufbau eines zweiten Kontrollzentrums zur Folge hatte. Hierdurch verdoppelte sich nicht nur die Aussetzungskapazität, sondern es entstand auch die Möglichkeit, zwei Satellitenstarts gleichzeitig zu betreuen. Antoine Poulet, der die Verantwortung für die gesamte zur Positionierung der Satelliten benötigte Infrastruktur trägt, erklärt: „In den drei kommenden Jahren werden wir jeweils die Aussetzung von jährlich vier bis fünf Satelliten steuern, nachdem die Taktung für Starts seit etwa 2004 bei bislang zwei bis drei Satelliten pro Jahr lag. Da wir unsere Kundenzusagen einhalten wollten, waren entsprechende Anpassungen also dringend geboten.“
François Gaullier, Leiter des Operations-Teams, ergänzt: „Mit diesem Vorgehen setzen wir auch den Grundgedanken um, unseren Kunden einen immer besseren technischen Support in Verbindung mit Zuverlässigkeitsgarantien hinsichtlich des Missionsablaufes im Orbit zu bieten. So profitieren wir zugleich von einer Rückmeldungsschleife und können unsere ‚Incentives’ absichern, also Zinszahlungen, die von Kunden über die Betriebsdauer der Satelliten im Orbit geleistet werden. Die Teams vom T-SOC stehen unseren Kunden bei Bedarf mit Unterstützungsleistungen zur Seite und greifen dafür über ein täglich rund um die Uhr verfügbares Alarmsystem auf die Kompetenz der Eurostar-Experten zurück. Außerdem können über ein Notfall-Kontrollzentrum die Infrastrukturen gesichert werden, einschließlich der Bahnsicherung der Satelliten.“
Bei allen diesen Aufgaben profitiert das Operations-Team des T-SOC von der unmittelbaren Präsenz aller Experten, die an der Konzeption der Eurostar-Plattform mitgewirkt haben, und sorgt damit für eine maximale Betriebseffizienz und -sicherheit. So wurden bereits unvorhergesehene Ereignisse in kürzester Zeit untersucht und die Kontrolle der Satelliten gewährleistet – unter Anwendung spezifischer Verfahren, die nur von den Entwicklern dieser Satelliten so schnell umgesetzt werden konnten.
Diese Erfahrungen belegen die operativen und wirtschaftlichen Vorteile solch einer räumlichen Nähe zwischen den Betriebinfrastrukturen von Satelliten und deren Entwicklern: kurze Reaktionszeiten, niedrigere Kosten und maximale Sicherheit.