Sicherheit
7 Januar 2011 (00:00)
Sicherheit, SATCOMBw & Sicherheitskommunikationssysteme
Ohne Weltraumtechnik sind Sicherheit und Verteidigung im einundzwanzigsten Jahrhundert unvorstellbar. Das Weltgeschehen der vergangenen Jahre – der Golfkrieg von 1991, die Balkan-Konflikte, das Attentat auf das World Trade Center am 11. September 2001 – hat die Rolle der Raumfahrt als wesentliches und lebenswichtiges Element jedes wirksamen Sicherheitsapparats für Friedenssicherung, Verteidigung und Gefechtseinsatz zweifelsfrei bestätigt.

Weltraumgestützte Fähigkeiten bilden ein System, das zentrale Anforderungen politischer und militärischer Führungsinstanzen erfüllt – in einem geostrategischen Kontext, der vom Wissen um das Aufkommen neuer, verschwommener, unberechenbarer und länderübergreifender Bedrohungen geprägt ist.

 

Hüter des Friedens

Unbemerkt und frei von jeglichen rechtlichen oder geografischen Einschränkungen schaffen bildgebende Satellitensysteme mit optischen und Radar-Instrumenten die Möglichkeit zur Beobachtung des gesamten Planeten – eine unbedingte Voraussetzung für die Einholung und Bewertung nachrichtendienstlicher Informationen zur Erstellung ausreichend klarer Lagebilder für angemessene Entscheidungen und Reaktionen. Diese Systeme spielen eine Schlüsselrolle für die Krisenprävention, die Kontrolle der Umsetzung internationaler Abkommen und die Überwachung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. So können sie durchaus dazu beitragen, verfeindete Parteien an den Verhandlungstisch zu bewegen. Im Konfliktfall wiederum sind die Daten von Bildsatelliten von allergrößtem Nutzen für Operationsplanung, Feindbeobachtung, Zielerfassung, Verlegung und Einsatz eigener Truppen und Waffensysteme, Such- und Rettungsmissionen im Gefechtsfeld, Schadensbewertungen und die Verfolgung von Flüchtlingsströmen.


Die Botschaft ist angekommen

Die gesamte Führungskette von der politischen über die strategische bis zur taktischen Ebene ist abhängig von der nahtlosen, sicheren Übertragung großer Mengen streng geheimer Informationen. Fernmeldesatelliten-Systeme sind hierfür von grundlegender Bedeutung, da sie Gegenden erfassen können, in denen keine Bodeninfrastrukturen existieren, und durch keine Gebietsgrenzen behindert werden. Moderne militärische Fernmeldesatelliten sind zudem gegen Störsignale und elektromagnetische Interferenzen gehärtet.

Ein entscheidendes sicherheitspolitisches Instrument ist auch die satellitengestützte Gewinnung von Navigationsdaten sowie Positionierungs- und Zeitinformationen. Zahlreiche Waffensysteme sind heutzutage auf die hochpräzisen und zuverlässigen Ortungsfähigkeiten von Weltraum-Infrastrukturen angewiesen, um bei geringstmöglichem Schaden für die Zivilbevölkerung und die eigenen Reihen ihre maximale Wirkung zu entfalten. Verschlüsselte Telekommunikation und digitale Datensysteme erfordern Effizienz und Exaktheit bei Netzsynchronisation und Zeitabgleich, während bei Truppeneinsätzen in Gebieten, zu denen keine oder nur veraltete Ortsinformationen vorliegen, in Echtzeit übermittelte Umgebungsdaten geradezu lebenswichtig sind. Führungsbefehle werden elektronisch übertragen, und weltraumgestützte Signalaufklärungssysteme (SIGINT) ermöglichen durch die Erfassung elektromagnetischer Strahlung das „Abhören“ von Feinden und die genauere Ermittlung ihrer Absichten.

 

Die Zukunft sichern

Die zunehmende Verbreitung für den Einsatz von Massenvernichtungswaffen geeigneter fliegender oder ballistischer Trägersysteme stellt eine reale Bedrohung dar und schafft akuten Handlungsbedarf. Frühwarnsysteme erkennen den Start jeder ballistischen Rakete an deren Hitzesignatur in der angetriebenen Phase; so können sie sowohl den Startpunkt des Flugkörpers bestimmen als auch seine voraussichtliche Flugbahn. Weltraumgestützte Abfangsysteme wiederum bieten die effektivste Möglichkeit, angreifende Flugkörper und deren Sprengköpfe zu zerstören, bevor die Waffen ihr Ziel erreichen. Und natürlich ist der Besitz eigener ballistischer Flugkörper ein starkes Argument zur Abschreckung potenzieller Aggressoren. Das Endziel sind schließlich der Friede und die Sicherheit der Erdenbürger. Und die Raumfahrt kann als strategisches Instrument den Menschen helfen, der Verwirklichung dieses Ziels ein Stück näher zu kommen.

 

Aufklärungs- und Überwachungssatelliten

Weltraumgestützte Bilderfassung ist heutzutage unerlässlich für Innere Sicherheit, Friedenssicherung und Krisenbewältigung wie auch für taktische Entscheidungen im unmittelbaren Gefechtssituationen.

In einer Zeit, da in allen Weltregionen Krisen- und Konfliktpotenzial besteht, ist der schnellstmögliche Zugang zu lückenlosen, gesicherten Informationen für eine adäquate Lagebeurteilung unabdingbar. Wenn militärische Auseinandersetzungen drohen, müssen Entscheidungsträger Ziele bestimmen, Missionen planen und Risiken bewerten.

Der Weltraum ist der ideale Ort für die Beobachtung und Überwachung des Geschehens auf der Erde, da Fernerkundungssatelliten einen viel größeren Teil der Erdoberfläche erfassen können als fliegende oder gar bodengestützte Plattformen. Selbst allerkleinste Objekte von strategischem oder operativem Wert lassen sich mit Hilfe von Satelliten orten, identifizieren sowie mit einer der Beobachtung aufflammender Krisensituationen angemessenen Frequenz beliebig oft neu erfassen. Aufgrund jüngster Erfahrungen mit dem Einsatz satellitengestützter Beobachtungssysteme gelten diese heute als unentbehrlich. So wird sich in wenigen Jahren eine neue, auf internationaler Zusammenarbeit basierende Dynamik entfalten und den Wirkungskreis der europäischen Staaten zusätzlich erweitern.

 

Eine neue Qualität der Überwachung in Europa

Hochauflösende optische Satellitensysteme und von Wetter- und Lichtverhältnissen unabhängige Radarsatellitensysteme liefern komplementäre Datenarten und schaffen somit gemeinsam eine weitaus tragfähigere Informationsgrundlage, die eine zuverlässigere Situationsanalyse und Lagebilderstellung ermöglicht.

Innerhalb weniger Jahre werden mindestens fünf europäische Länder über eine nie dagewesene Fülle von Daten satellitengestützter Beobachtungssysteme verfügen. In bilateralen Staatsverträgen zwischen Frankreich und Deutschland bzw. Frankreich und Italien haben die Vertragspartner den Austausch von Zugriffsrechten auf die Daten des in einem belgisch-französisch-spanischen Partnerprogramm betriebenen optischen Satellitensystem Helios II sowie der deutschen und italienischen Radarsatelliten SAR-Lupe und Cosmo-Skymed vereinbart. Im Rahmen des französisch-italienischen dualen Gemeinschaftsprogramms Orfeo werden gemeinsam mit Cosmo-Skymed derzeit auch Frankreichs neue optische Satelliten der „Pléiades“-Generation entwickelt. Die Möglichkeit zur Zusammenführung der Bilddaten von optischen und Radarsystemen wird Europas nachrichtendienstliche Informationsgewinnung erheblich verbessern.

 

Militärische Weltraumsysteme von morgen - All-umfassende Vernetzung

Was das Wesen der Bedrohung und die nötigen Schritte zu ihrer Bekämpfung betrifft, haben die Ereignisse und Konflikte der jüngeren Vergangenheit auf politischer wie auf persönlicher Ebene so manche selbstgefällige Sichtweise verändert. Heute ist klar, dass die Gefahr an jeder Häuserecke lauern kann und der Angreifer gegebenenfalls zu ungewohnte Mitteln greifen wird, um seine Ziele zu erreichen. Die Reaktion hierauf besteht bislang in der Stärkung des Sicherheitsmechanismus und insbesondere im Aufbau von Systemen und Netzen, die für eine optimale Nutzung sämtlicher verfügbaren Ressourcen sorgen. Für diesen vernetzungsorientierten Ansatz spielen Weltraum und Raumfahrt eine zentrale Rolle: Als Werkzeug zur Erfassung, Analyse und Verbreitung von Informationen (Bild- oder Fernmeldedaten) bieten Satelliten einzigartige Vorteile – globale Reichweite, schnelle Datenübertragung, wiederholte Überflüge und Dauerbetrieb –, während die Überlegenheit exoatmosphärischer Abfangsysteme mit boden- oder seegestützten Abfangkörpern aus ihrer hohen Reichweite, mehrfachen Abfangwirkung und großen Effizienz rührt.

Dank seiner über 30-jährigen Erfahrung in der Entwicklung und Bereitstellung maßgefertigter Weltraumsysteme für die bei militärischen Einsatzzwecken geltenden extremen Präzisionsanforderungen verfügt Astrium über ein konkurrenzloses Kompetenzspektrum. Dieses nutzt es heute zur Entwicklung neuer Generationen von Weltraumsystemen für einen erhöhten Sicherheitsbedarf.

COMSATBw
  • Programme
  • Die Entdeckungsreise geht weiter