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Bemannte Raumfahrt
10 Dezember 2009 (00:00)
Bemannte Raumfahrt, ISS & Internationale Weltraumstation
Seit Juri Gagarins kurzem, aber doch weltbewegendem Ausbruch aus den Grenzen der Erdatmosphäre und den atemberaubenden Aufnahmen über die Mondoberfläche wandelnder Astronaute,n haben einige Hundert Menschen am eigenen Leib erfahren, was es heißt, sich ins All hinauszuwagen. Binnen weniger Jahrzehnte ist der Weltraum vom Objekt der Vorstellungskraft zum Objekt der Wissenschaft geworden. Dabei erwies er sich als mindestens so ehrfurchtgebietend und reich an Möglichkeiten, wie Science-Fiction-Autoren es sich seit jeher ausmalen.

Menschen im All

In der 400 Kilometer über unseren Köpfen kreisenden internationalen Raumstation ISS, dem Ergebnis eines wahrhaft überirdischen Menschheitsprojekts, leben und arbeiten Männer und Frauen häufig mehrere Monate am Stück im Weltraum. Dieses ermutigende Beispiel einer beispiellos ehrgeizigen internationalen Zusammenarbeit nie dagewesenen Ausmaßes bietet nicht nur die Chance, den technischen und technologischen Fortschritt voranzutreiben, sondern stellt auch ein unvergleichlich wertvolles Instrument der wissenschaftlichen Forschung dar, dessen potenziellen Nutzen für die Menschheit wir heute erst ganz allmählich zu verstehen beginnen.

 

Mikrogravitation

Experimente im Zustand der Schwerelosigkeit eröffnen der Forschung ganz neue Perspektiven und fördern Phänomene zu Tage, die auf der Erde von deren Schwerkraft überdeckt werden. So beginnen die Ergebnisse der auf der ISS durchgeführten Versuche heute bereits, sich auszuzahlen, obwohl die Raumstation in ihrer Eigenschaft als Forschungsanlage erst seit wenigen Jahren in Betrieb steht.

Im Weltraum lassen sich z. B. Proteine – die offenbar in entscheidender Weise über unsere Gesundheit und Krankheit mitbestimmen – in kristalliner Form züchten, somit „entschlüsseln“ und zur Entwicklung wirksamerer, stabiler Arzneimittel nutzen. Ebenso sind Zellkulturen unter Mikrogravitationsbedingungen langlebiger; dies hilft der Wissenschaft, das Wachstum von Tumoren zu verstehen und geeignete Behandlungsmethoden zu erarbeiten. Und da auch der menschliche Körper in der Raumstation der Mikrogravitation ausgesetzt ist, fungieren die Astronauten höchstpersönlich (und freiwillig) als „Versuchskarnickel“ im Dienste eines soliden, sicheren Wissensschatzes für längerfristige bemannte Missionen, wie sie in fernerer Zukunft zu erwarten sein werden. Mit dem Programm Aurora plant die europäische Weltraumorganisation ESA bereits den nächsten Mondaufenthalt des Menschen, und etwa für das Jahr 2030 auch die Entsendung irdischer Botschafter zum Mars.

 

Viele Nationen, eine Raumstation

Die internationale Raumstation ISS zählt zu den ehrgeizigsten wissenschaftlichen und technischen Unterfangen, die der Mensch je in Angriff nahm, und ein internationaler Kraftakt, wie er noch nie zuvor gewagt wurde. Neben den USA, Japan, Kanada und Russland beteiligen sich auch zehn europäische Länder an dem Projekt. Nach ihrer Fertigstellung wird die ISS mit einer Masse von fast 500 Tonnen über 100 Meter lang und 80 Meter breit sein und rund 400 Kilometer über der Erdoberfläche 1.000 Kubikmeter „Lebens-Raum“ bieten. Es bleibt zu hoffen, dass die in dieser eindrucksvollen Mikrogravitationsumgebung durchgeführten Experimente auch auf Erden gewaltige technische Fortschritte zur Folge haben werden. Astrium steht an der Spitze des europäischen Beitrags zu diesem Projekt und wurde von der ESA als Hauptauftragnehmer für zwei zentrale Elemente ausgewählt: die Columbus Orbital Facility (COF), ein Mehrzweck-Labormodul der Raumstation, und das unbemannte Versorgungsfahrzeug ATV (Automated Transfer Vehicle). Beide Anlagen sind als Subsysteme der Raumstation bereits in Betrieb. Zusätzlich ist Astrium auch Hauptauftragnehmer der ESA für den Betrieb und die Nutzung der europäischen ISS-Elemente.

 

nasa_astronaut
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